Dienstag, 17. Februar 2015

Wenn aus Burgern Pizza wird

Aus Burger wird Pizza, aus Fish 'n Chips wird Saitenwürstle mit Kartoffelsalat und aus Jam Wrap wird streuseliger Apfelkuchen.
Jaa, ich hatte in der letzten Woche das unbezahlbare Vergnügen, die deutsche (und italienische) Küche genießen zu dürfen! Nach wochenlangen Sandwich-Lunchs, Spring Roll-Dinners und Burgerbudenduft war mein Wwoofing in einem deutschen Restaurant geschmacklich ein Traum. Allerdings beschränkte sich der Traum hauptsächlich auf meine Geschmacksnerven.
Alles begann damit, dass ich erstmal 3 Stunden später als geplant in Westport abgeholt wurde. Die Busfahrt nach Westport mit Stray war übrigens ganz cool. Dank meinem ukrainischen Nebensitzer hab auch ich jetzt endlich mal den Konflikt in der Ukraine verstanden. Zumindestens so in den Grundzügen.
Als ich dann jedenfalls von Jack, einem ausgewanderten Berliner, abgeholt wurde, musste ich schon bald feststellen, dass mein Plan von „2 Wochen Wwoofen und nebenher in der Westporter Surfschule Surfen lernen“ wohl genauso erfolgreich enden würde, wie mein sehnlichster Kindheitswunsch von einem eigenen Meerschweinchen. „Jack's Gasthof“ lag nämlich gar nicht in Westport, sondern 23 km südlich. Na super. Und von Jack und Petra erwartete ich mir nicht, dass sie mir ihr Auto ausleihen würden. Um ehrlich zu sein, war ich recht deprimiert, als ich da im strömenden Regen mein miefendes Zimmer beziehen durfte, nachdem ich 3 Stunden im Eis-Hagel-Orkan-Tornado-Sturm auf den super freundlichen Jack gewartet hatte. Die Pizza zum Abendessen hat meine Stimmung dann aber doch wieder besänftigt und joa, ich bin ja hier um Erfahrungen zu sammeln, wa!?
Als ich das Buch hier auf meinem Nachttisch sah, musste ich aber doch grinsen. Gelesen hab ichs trotzdem nicht.






Jedenfalls hab ich dann am nächsten Morgen erstmal die Außendusche genossen. Mehr oder weniger halt. Aber hei, sie ist sogar warm! Beziehungsweise kochend heiß, aber wenn man zwischen Sauheiß und Arschkalt hin und her wechselt fühlt sich das fast an wie warm. Fast.



Jetzt aber mal zu meinem (Arbeits-) Alltag. Jeden Morgen um 10 bin ich ins Restaurant zum Frühstücken. Meistens gabs selbstgemachtes Sauerteigbrot. Danach gings los. Restaurant, Küche, Bar und Toiletten warteten darauf, von mir gesäubert zu werden. Was ich natürlich mit äußerstem Vergnügen tat. Vor allem die Bäder hatten es mir angetan. So was tolles! Dann gings weiter mit Geschirrspülen, Restaurantgäste bedienen und Campingplatzleute einweisen. Um 16.oo war ich dann fertig und zwischendurch gabs noch Mittagessen, was aber immer sehr, sehr lecker war! Und um ehrlich zu sein, hab ich mich recht schnell mit meiner Situation abgefunden und meine Arbeit dann sogar recht gerne gemacht! Mit Petra kam ich ganz gut klar. Die stolze Frankfurterin war meistens mit mir im Restaurant, während Jack draußen fluchend auf seinem Rasenmäher saß oder sonst wo rumfluchte. Jack und Petra führen Restaurant + Campingplatz seit 15 Jahren, wirklich Spaß scheinen sie aber nicht dabei zu haben.
Das Restaurant besteht übrigens nur aus 3 Tischen und einem 2-tischigen Biergarten. Auch der Campingplatz ist nicht wirklich groß, aber das war schon okei.




In meiner Freizeit konnte ich eigentlich nicht wirklich viel machen, da das ja mitten in der Pampa war. Also war ich öfter mal joggen, hab versucht meine Reise zu planen, meine Fotos sortiert und viele Mittagsschläfchen gemacht.
Abends war ich zweimal in der Bar, wo mir Petra stolz ihre Weine und Sekte präsentierte und es jedes mal zu mehreren „letzten Runden“ kam.
Ich fands aber ganz interessant. An meinem ersten Barabend hab ich mich mit 'nem älteren Aussie übers Surfen unterhalten und so gezeigt bekommen, wo die guten Surfspots in Neuseeland sind. An meinem 2. Barabend hab ich 'nen deutschen Lehramtstudent kennengelernt, mit dem ich sehr interessante Gespräche über Gott und die Welt geführt hab. Das coolste fand ich einfach, dass ich dadurch (allg. beim Reisen) mit Leuten zusammen war, mit denen ich in Deutschland nie ein so interessantes Gespräch geführt hätte. Da ist man ja meistens doch mit Gleichältrigen oder zumindestens unter Leuten mit gleichen Interessen, Hobbys usw. unterwegs. Ich lerne hier also sehr viele Menschen kennen und auch einiges über Menschen allgemein. Und ich muss sagen, mittlerweile find ichs total interessant, Menschen und ihre Denkweise kennenzulernen. Also v.a. auch Ältere, die haben ja doch schon mehr erlebt und mehr Hintergrundwissen usw.
Naja, jetzt ist aber genug philosophiert.
Letztendlich fand ich das Wwoofen bei Petra und Jack dann doch ganz cool, war aber auch froh, dass ich anstatt der geplanten 2 Wochen bereits nach einer Woche weiter ziehen konnte. Jetzt bin ich gerade in Westport angekommen und bleibe eine Woche in einem Surferhostel, wo ich hoffentlich endlich Surfen lernen kann!!
So weit, so gut.
Allerdings muss ich sagen, dass ich grade echt neidisch auf meine lieben Freunde bin .. Ich will auch Fasching feiern!! Das gibts hier irgendwie gar nicht. Und als einzige will ich jetzt auch nicht unbedingt verkleidet durch neuseeländische Bars tanzen. Muss ja das Bild vom braven Deutschen bewahren. Oder so.
Naja, dann feiert ihr mal noch schön, ich versuch mich jetzt mal am "Tomatenkochen". Mal sehn was draus wird.
Bis zum nächsten mal, wo ich euch hoffentlich vom Surfen vorschwärmen werde! :b
Grüßle,
Rica♥

Kommentare:

  1. Klingt ja sehr spannend was du erlebst! :)
    Ich würde meinen, dass deine Wwoofingfamilie dir das Buch extra hingelegt hat! :D

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    1. Sonst wärs ja auch langweilig. :b
      Haha, könnte man fast denken!
      Und wie läufts in der Weinfabrik so?

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  2. Ich fange immer an zu lachen wenn ich deine Einträge lese. Wie machst du das bloß? :D

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